Sonntag, 11. Februar 2018

Lieblingsstück - der "Cognac Tiger"

In einem Patchworkheft hatte ich die Anleitung zu dieser Tasche entdeckt, musste sie aber erst mit einem Papierschnitt basteln, bis ich die Anleitung verstanden hatte. Diese war nämlich definitiv falsch. Ein Arbeitsschritt wurde doppelt erklärt, aber mit unterschiedlichen Worten, so dass es bei mir und bei allen (versierten Näherinnen), die ich fragte, zu Verwirrung kam. Erst das dreimalige Basteln brachte Klarheit.

Aber dann wurde alles gut.

Der Schnitt als solcher hat mich so begeistert, dass ich ihn zu einem meiner Lieblingsschnitte erklären möchte. Jetzt, da ich weiß, wie es geht ...

Es werden drei verschiedene Stoffstreifen aneinandergenäht und aus dem derart zusammengesetzten Stoff mit schräg aufgelegtem Schnitt die Taschenhaut geschnitten. So ergeben sich zwei gleiche Teile, die in V-Form exakte Gegenstücke zusammenführen.

Von dieser Tasche zeige ich heute nur Ergebnisfotos.

Endlich verstanden! 

Die zwei Schnittteile sind korrekt ausgeschnitten und - mittig gefaltet - aneinandergelegt. Kunstlederstreifen bedecken bereits die Streifennähte. Aufgesteppt werden sie später das untergelegte Thermolam (fühlt sich an wie eine dicke Moltondecke) fixieren, das nicht aufgebügelt werden kann.

Taschenrückseite


Die fertige Tasche mit farblich passendem Stoffschal - den Spiralknopf erwarb ich im örtlichen Handel:



Nachdem ich zuerst meinte, der Tragegurt werde aber sehr lang, hat er sich bei einem langen Shoppingtag bewährt. Das auch in den breiten Gurt eingearbeitete Thermolam erzeugt auf der Schulter ein gutes Tragegefühl, selbst dann, wenn die Tasche recht schwer ist.
Der elegante Vorhangstoff mit den Tigerwellen lässt die Taschenoberfläche je nach Lichteinfall interessant schillern.



Das Kunstlederband in Rehbraun gibt der Tasche noch einen zusätzlichen Tick Elegance.



Der Schal zur Tasche wächst stetig:




Das farblich harmonierende schlichte Innenfutter darf gern herauslugen. Inzwischen habe ich das obligatorische Kramtäschchen im gleichen Design dazu gefertigt (links im Bild).



Ordnung ist das halbe Leben - Kreativität allein kann's nicht sein!

Wer kennt das nicht? Man möchte mit einer Arbeit beginnen, doch ständig stehen einem Dinge im Wege, die den Platz blockieren, den man zum Arbeiten braucht. Doch wenn der Platz begrenzt ist, woher dann mehr davon bekommen?

Ich deutete es vor ein paar Tagen schon an ... ich hatte mir mein Nähstübchen mal genau angeschaut und kam dann auf die Idee, mich mal im "unterirdischen" (= untertischlichen) Bereich umzuschauen. Nochmal zur Erinnerung - so sah es dort aus:


Viel zu viele Dinge stehen auf dem Zuschneidetisch, der einfach leer sein muss, wenn man etwas nähen möchte. Wie toll wäre es, wenn ich den Raum unter dem Tisch sinnvoller nutzen könnte!

Im schwedischen Möbelhaus wurde ich letzte Woche dann fündig, hatte online schon alles durchgeplant und in meinem Stübchen durchgemessen. Die Planung war schon vielversprechend.

Am Mittwoch ging es dann auf zum Elch. Bereits am nächsten Tag war alles neu verstaut. Mein Wunsch nach mehr Stauraum wurde optimal erfüllt.

Eben habe ich einen lustigen Schreibfehler getippt (Sauraum statt Stauraum), daher noch der Zusatz:

Vom Sauraum zum Stauraum!!!  ;-)

Nun gibt's was zu sehen - keinen Stau, sondern sinnvolle Ordnung.

Ach ja, eines noch vorweg - die ganze Maßnahme hat mich keine 100 € gekostet!

So sieht die neu hergestellte Ordnung aus

Im Detail:

Ich habe mir zwei KALLAX-Regale besorgt, gleich groß, mit jeweils 4 Fächern, die nach hinten auch offen sind. Dazu gibt es eine ganze Reihe von möglichen Einsätzen, sogar Schubladen und Türen. Aber so solide musste es für meinen Zweck gar nicht sein.
Die Tischplatte, die wir mal im Baumarkt haben zuschneiden lassen (3 cm dick), mussten wir nur von den Böcken auf die zusammengedübelten Regale legen - fertig!

Das Einrichten begann ...

Für bereits verwendete Schnitte und für Prospekte etc. habe ich mir zwei Drahtkörbe zugelegt, die man einfach am Mittelboden befestigt. Sie greifen mit je einer seitlichen Drahtstange (gelbe Pfeile) über den Boden und werden hinten mit einer Klammer (türkisfarbige Pfeile) gehalten, die man auch wieder lösen kann. Genial!

Hier von der Rückseite aus gesehen:




So sieht der beladene Drahtkorb von der Vorderseite aus:



Da KALLAX hinten offen ist, kann ich hinter Behälter (wie hier die alten Waschmittelboxen), die das Fach in der Tiefe nicht ausfüllen, noch andere Sachen legen/stellen, die ich von der Rückseite unter dem Tisch aus erreiche - hier z. B. den Fuß meiner alten Nähmaschine.



Zurück zur Regalvorderseite ...

für Anleitungshefte (es gibt wunderbare Hefte mit Taschenanleitungen, nach denen ich regelmäßig im Zeitschriftenhandel schaue) habe ich mir das Doppelset Zeitschriftenordner FJÄLLA gekauft. 
In dem gelben Aktenordner, den ich bereits hatte, verwahre ich Kleidungsschnitte, die ich mal verwendet habe.



SMÅRASSEL heißen die beiden oberen Pappschachteln, die drei unteren heißen TJENER. Sie brauche ich für verschiedenes Material, was ich auf den nächsten Fotos zeige.



SMÅRASSEL enthält (links) Perlen und Knöpfe und mein Bügellineal (zum Erleichtern von Säumvorgängen), in der rechten Kiste verwahre ich größere Stoffschnipsel (ich kann sie alle gebrauchen - für Applikationen, Gepatchtes etc.).



Die Inhalte der drei TJENER-Schachteln (v. l. n. r.): Gurte, Kordeln und Bänder - - - Verschnittreste von Vlieseinlagen - - - Reißverschlüsse



Hinter den Zeitschriftenordnern ist noch Stellplatz. Hier sind die Kleberflaschen gelandet, ein Glas mit Holzperlen und zwei Tischmülldosen, die ich während meiner Nähprozesse für kleine Schnipselchen, abgeschnittene Fäden etc. auf den Arbeitsplatz stelle (an jedem Platz eine = Bügelbrett / Tisch mit Nähmaschine/ Zuschneidetisch). Es ist unheimlich lästig, wenn man während des Nähens oder Zuschneidens ständig nach einem Müllplatz suchen muss. Die durchsichtigen Dosen enthielten mal Nüsse und sie sind sehr praktisch für diesen Zweck.



Nun kommen wir zu dem linken Regal unter dem Tisch. Was hier aufbewahrt wird, muss nicht täglich zugänglich sein. Ich muss dazu dann auch unter den Tisch kriechen. Daher landen hier in den beiden hinteren Fächern Stoffvorräte, meine kreative Ursuppe.



Davor findet das Schubladenelement aus einer alten Küche Platz, das vorher immer ein Störfaktor auf dem Zuschneidetisch war. In diesen sechs Schubladen hebe ich verschiedene Werkzeuge und Materialien auf, die man so zum Nähen braucht.
Darunter befindet sich der zweite Drahtkorb für Prospekte, Ideensammlungen usw..



Die wunderschönen Musterkataloge, die ich geschenkt bekam, stehen vorläufig unter dem Tisch, werden aber nach und nach "ausgeschlachtet". Die Stoffe sind hervorragend für kreative Patchworkarbeiten geeignet, da sie oft farblich sortiert sind.




In der Mitte ist noch Raum genug für einen alten Wäschekorb, in dem ich Füllmaterial aufbewahre.  



Dazu noch ein Tipp:
Statt teures Bastelfüllmaterial zu kaufen, kann man auch günstige Kissenfüllpakete bei diversen Discountern (z. B. kik) erwerben. Ich brauche diese Füllwatte z. B. für Handy- oder Tabletkissen, bei denen es auch nicht so sehr auf chemische Unbedenklichkeit wie etwa bei Kuscheltieren für Kleinkinder ankommt.
Auch die Aufhängebügel von den Raumausstattungsmustern lege ich in den Wäschekorb. Bei Ausstellungen kann man genähte Taschen daran aufhängen.




Das Schönste zum Schluss:
Der freie Zuschneidetisch!!!
Das Kleinteilemagazin aus dem Baumarkt, das ich schon sehr lange verwende, soll (ausgetauscht gegen ein größeres / das jetzige möchte mein Schatz für den Keller) an die Wand geschraubt werden. Die sehr praktische Lampe (flach zusammenklappbar) ist beweglich und kann so der Arbeit folgen.



Über meinem Arbeitsplatz hängt ein Kalender mit inspirierender Energie - ein Nordlichtkalender! Rechts daneben will ich das Kleinteilemagazin aufhängen.



Bei der Gelegenheit schauen wir uns nochmal im ganzen Zimmer um ...

auf den Fensterbänken sind die Nähgarnhalter untergebracht. Ich habe mir als Vielnäherin inzwischen einen großen Satz Untergarnspulen zusätzlich gekauft, um möglichst zu jeder Nähgarnfarbe das Untergarn gleich parat zu haben. Ich muss ja oft das Nähgarn wechseln und es nervt sehr, wenn man jedes Mal erst ein passendes Untergarn aufspulen muss. Früher dienten dazu höchstens fünf Spulen, die dann übereinander mehrere Farben enthielten. Heute für mich undenkbar!

Auf dem Tisch unter dem Fenster wird an der Maschine genäht.



Auf der anderen Raumseite steht vor einem Schrank, der selten gebraucht wird, das Bügelbrett. Hier werden viele Arbeiten im Stehen ausgeführt, insbesondere Bügelvorgänge.



Neben dem rechten KALLAX-Regal ist noch Platz für eine Tüte, die Papiermüll aufnimmt und eine Tüte für mein kleines Schneidebrett und diverse Pappen.
Auf dem Kleiderschrank liegen alle Vliesvorräte und eine weiße Papiervliesdecke auf einer Rolle, aus der ich Schnitte zuschneide - ein Tipp, den ich in meiner Nähgruppe bekam.



Zwischen Nähtisch und Zuschneidetisch ist noch Platz für meine alte Nähmaschine (die noch funktioniert) und meinen Wollkorb mit unfertigen Projekten.



Unter dem Nähtisch sind meine gesamten Wollvorräte in Plastikwannen mit Deckeln untergebracht.



Links vom Nähtisch steht ein selbstgebauter Kleiderständer, auf dem weitere Mustervorräte hängen, die ich mit einem alten Bettbezug vor Sonnenlicht schütze.



Am Boden ist noch Platz für das Ärmelbrett und weitere Wollvorräte.



Ein leichter Papierkorb (DOKUMENT aus dem schwedischen Möbelhaus) kann mitwandern, steht aber in der Regel unter dem Bügelbrett, so dass ich Abgeschnippeltes gleich nach unten fallen lassen kann.





Und wenn wir uns nun umdrehen, um das Zimmer zu verlassen, kommen wir am Spiegel vorbei, der mir zeigt, wie Genähtes am Körper sitzt.



Tschüss, du schönes Nähstübchen! Dich betrete ich gerne wieder. Du bereitest mir unzählige schöpferische Stunden, die mich glücklich machen!

Sonntag, 4. Februar 2018

Intermezzo - Zickzack total!

Meine "Cognac-Tiger-Tasche" hat ja zwangsläufig Pause. Das Thermolam ist bestellt, wird aber wohl erst in der kommenden Woche eintrudeln. 

So habe ich mich am Wochenende mal mit meinem Nähstübchen befasst. Ich brauche mehr praktischen Stauraum und schaute mich zu dem Zweck mal im schwedischen Möbelhaus um ... nur online erst mal. 

Mein Zuschneidetisch liegt auf zwei Böcken. Was für eine Platzverschwendung! Da kann man doch stattdessen Regalelemente drunterstellen. KALLAX fand ich ziemlich passend. Eines rechts, eins links unter die Zuschneideplatte, und zwar das mit vier Fächern drin

Dazwischen könnte - so wie jetzt - der große Wäschekorb stehen, in dem ich Füllmaterial untergebracht habe, das ich z. B. für Handy- oder Tabletkissen brauche. Da der Korb praktische Griffe an den Seiten hat, kann man ihn einfach herausziehen.


Der Vorteil bei den KALLAX-Regalen ist, dass sie vorn und hinten offen sind. Ich kann die Fächer also von beiden Seiten erreichen. Zusätzlich will ich mir auch noch ein paar praktische Einsätze besorgen, um mich von dem Sammelsurium von Pappkartons und Plastikschachteln zu trennen, die bisher alles Beiwerk in sich aufnahmen. Das Kleinteilemagazin, das hinten links auf dem Tisch steht, soll rechts an die Wand, unter dem Tisch sollen in dem Regal auch Nähzeitschriften, Stoffe und Schnitte untergebracht werden, die momentan in vergilbten Ablagekästen auf dem Tisch (ganz links, hinten) liegen.

Der Tisch wird dann in Zukunft frei sein. Ich brauche zum Zuschneiden immer die ganze Tischfläche. Alles, was darauf liegt, stört und macht das Arbeiten stressiger.


So habe ich mir einen Plan gemacht, nicht genäht, dafür aber gestrickt. Und zwar passend zu meiner werdenden Tasche. Hier nur ein erster Eindruck:


Der Schal in Doubleface-Technik (hinten so schön wie vorne) sollte die Farben und Formen der Tasche widerspiegeln. Nach einer Musterprobe und mehrmaligem Ribbeln stand fest, wie der Schal aussehen sollte. Natürlich wird auch noch das dunkle Rostrot mit dem Schwarz kombiniert. 

Ob ich mir danach bei Astrid Schumacher noch einen passenden Hut zaubern lasse? Stoff von der Tasche habe ich ja noch ... und passende Schuhe in Cognac-Braun habe ich sogar auch im Schuhregal ...

Freitag, 2. Februar 2018

Schultertasche "Cognac Tiger" - Teil 1

Ein zunächst schwieriges Unterfangen ...

ein cognacfarbiger Vorhangstoff, ein großes Musterstück aus einem Raumausstattungsgeschäft, flirtet schon lange mit mir. Es ist an der Zeit, dem "Anbaggern" endlich nachzugeben. 

Also blätterte ich zuerst in meinen diversen Taschen-Nähheften und wurde fündig in dem Heft "Lena's PATCHWORK Taschen", Ausgabe 62/2017. Ich verliebte mich geradezu in dieses Modell (weniger in den Stoff):


Es handelt sich um eine große Schultertasche mit langen Trägern, deren Einteilung ich sehr interessant finde.

Zum Nähen dieser Tasche benötigt man allerdings drei verschiedene Stoffstreifen, die zuerst zu einem großen Stoffstück zusammengenäht werde müssen. Dann erst legt man auf diesen gepatchten Stoff (es handelt sich ja um ein Patchworkheft!) den Schnitt, der im Anleitungsbogen in Originalgröße vorgegeben ist.

Doch welche Stoffe würde ich nun zu meinem Favoriten (dem "Tiger")ergänzen?

Er sollte zum Cognac-Charakter passen.

Ich kramte in meinem Restelager und fand zwei weitere Stoffe - einen Stoff in Schwarz mit lachsrosa Nadelstreifen, einen Crinklestoff in Schwarz mit lachsrosa und braunroten unregelmäßigen Streifen darin.

Ein erster Eindruck soll hier entstehen:


Der mittlere Streifen ist mein "Flirt"stoff. 

So, wie die Streifen auf dem Foto angeordnet sind, nähte ich sie dann zusammen. Ich legte sie bewusst mal waagerecht, mal senkrecht gestreift zusammen, um das Taschendesign lebendiger zu gestalten.

Doch was nun?

Die Anleitung für das Zuschneiden der Tasche war sehr verwirrend. 

Da ich gestern gerade Kontakt mit der Leiterin unseres Nähstübchens hatte, fragte ich sie. Nein, auch sie wusste nicht wirklich Rat. Entweder fehlte in der Anleitung eine Angabe oder es war eine Angabe zu viel geschrieben. 

Auch im Stoffgeschäft des Städtchens, wo sogar Taschennähkurse angeboten werden, konnte man mir nicht helfen.

Ich war schon drauf und dran, die Designerin der Tasche anzurufen (ich fand die Kontaktmöglichkeit auf ihrem Geschäfts-Blog), da hatte ich noch eine letzte Idee.

Hilf dir selbst ...

Ich bastelte den Grundaufbau der Tasche aus Papier!

Dazu klebte ich zwei Din-A-4-Blätter an den kurzen Seiten zusammen, faltete das entstandene Stück längs in drei Streifen, die ich unterschiedlich mit Buntstiften färbte. Ich faltet das Papier wieder auseinander und klappte es nun an der zusammengeklebten Seite wieder zusammen. Dann schnitt ich einen verkleinerten Schnitt aus Papier aus, der dem großen in etwa entsprach. Dieser Schnitt sollte schräg auf den zusammengefalteten Stoff gelegt und der Stoff dann doppelt zugeschnitten werden. Dies zog ich mit dem Papier nach.

Es war sehr spannend. Nach drei Versuchen hatte ich es:

Vorderseite
Rückseite
Bei den Papiermodellen fehlte nun noch die Trägerverlängerung, die extra zugeschnitten und angenäht werden würde.

Aber man erkennt schon, wie die gleichfarbigen Streifenflächen sich auf beiden Seiten zu Dreiecken zusammenfügen. So sollte es ja wohl sein!

Ich wagte nun den Zuschnitt aus Stoff, steckte die Teile provisorisch mit Stecknadeln zusammen, um mir vorstellen zu können, wie die Tasche später aussehen würde und freute mich wie ein kleines Kind. Sooo schöön!

Vorderseite

Rückseite

Der nächste Schritt war das Zuschneiden und Ausarbeiten des Innenfutters. Das ging relativ einfach. Hier brauchten keine Stoffstreifen zusammengesetzt werden.

Ich wählte einen lachsrosa Viskosestoff und arbeitete nach Anleitung eine große Reißverschlussinnentasche ein. Für die Trägerverlägerung wählte ich den mittleren Streifenstoff (den "Tiger") und setzte ihn an die Trägeransätze an.

Die Innentasche ist auf dem Foto hochgeklappt, damit man sehen kann, wie weit ich den Taschenbeutel auf der Rückseite mit einem H 200-Vlies verstärkt habe. Auf der anderen Taschenbeutelseite zieht sich das Vlies über die ganze Fläche.



Für diverse Vorbereitungsarbeiten musste ich die Stecknadeln aus dem Außenstoff wieder herausziehen. Wenn man genau hinschaut, sieht man die Lederlitze, die ich auf die Grenzen zwischen den Stoffstreifen nähen werde (provisorisch mit Nähklammern befestigt).

Auch einen Knopf habe ich bereits auf die Tasche gelegt, doch werde ich mich noch nach einem Eyecatcher umsehen ... heute vielleicht im Lädchen im Städtchen. Ich bin gespannt, ob ich dort etwas Passenderes, etwas ganz Originelles finde ...


Die Fertigstellung der Tasche muss jetzt ein paar Tage warten, weil das bestellte Thermolam zum Füttern der Außenhülle noch nicht da ist ...

Dann folgt Teil 2 ...

Dienstag, 30. Januar 2018

Applizieren eines Bildes - ganz einfach

Heute möchte ich zeigen, wie ich ein Bild aus Stoff appliziere  - am Beispiel der "Aurora borealis".

Ich benutze als Hilfsmittel das Transferpapier Vliesofix. Zuerst zeichne ich auf die Papierseite das gewünschte Bild (mit einfachen Umrissen - in diesem Fall habe ich das Nordlicht in vier Teilen von verschiedenen Kalenderbildern übernommen).

Auf dem Foto befindet sich meine Zeichnung noch auf Transparentpapier in Stoffgröße, denn das Motiv muss ja auf den Untergrund passen.


Ich zeichne dann die Motivlinien mit schwarzem Stift nach, damit sie gut zu sehen sind. Nun zeichne ich sie auf die Papierseite des Vliesofix durch.

Jetzt werden die Einzelmotive aus dem Vliesofix ausgeschnitten und jeweils auf den gewünschten Stoff gebügelt. Anschließend werden die Teile sorgfältig ausgeschnitten. Die Stoffteile tragen nun auf der Rückseite eine Schicht, die sich durch heißes Überbügeln später mit dem Untergrundstoff verbindet.

Dann lege ich die Teile zueinander auf den Untergrund und schaue mir das Ergebnis an.



Wenn ich damit zufrieden bin, kann ich die Teile heiß bügeln. Anschließend befestige ich den Rand der Motive zusätzlich mit einem dichten Zickzackstich (Stichlänge 0,5 / Stichbreite 3 bei einfachen Rändern, Stichbreite 4 bei aneinanderliegenden Rändern).


Die applizierten Stoffteile ...



Hier zeigt jemand in einem YouTube-Video, wie man mit Vliesofix appliziert.

Kulturtasche "Aurora borealis"


Mit den ausgewählten Stoffen habe ich die zweite Kulturtasche (meine Partnertasche für unsere Reisen) kreiert. So sieht das Ergebnis aus:


Das Innenleben:


Die Rückseite:


Mit einer etwas größeren Schlaufe kann man die leere Tasche sogar auf einen Haken an die Wand hängen: